S Chrut und d Rebe am Murtesee
Zwüsche em Murte- und em Nöieburgersee ligt mit em Vully s chlynschte zämmehängende Wybougebiet vo dr Schwiiz. D Rebe ziehnd sich rund um de Mont Vully über sanfti Häng, wo s Wasser, s Liecht und d Wärmi vom Seeland i ere bsundere Mischig zämebringe. Wär dur d sanfte Räbhäng spaziärt, gseht schnäll, wie die chlyni Region Vully am Murtesee Natur und Wystoubeharmonii verbindet.
Dr Charme vom Vully ligt grad i dere überschaubare Grösse. Dörfer, Carnotzets, Rebparzelle und Seeufer ligged nöch beienand, und doch bringt fascht jede Hang es chly anders Bild i s Glas. D Molasse- und Mergelböde gehnd de Wyymineralität und Struktur, während s Mikroklima für gueti Reif und aromatischi Klarheit sorgt. So entstönd mineralischi Chasselas-Klassiker, würzigi Traminer und roti Spezialitäte, wo vom filigrane Pinot Noir bis zum kräftige Gamaret reiched.
Molasse und Mergel als Fundamänt für unverwächselbari Wyy
Dr Mont Vully isch nöd eifach e hübschi Kulisse, sondern s geologischi Rückgrat vo dere Wykultur. Uf de west- und südwestwärts usgrichtete Häng ligged Schichte us Sandstei, Mergel und verschiedeni Ablagerige. D Böde sind je nach Parzelle unterschiedlich tüüf, schwer oder sandig. Genau die chline Unterschied mache s möglich, dass Winzerinnen und Winzer d Rebsorte sehr gezielt am passende Ort pflanze chönd.
Sandige Molasseböde erwärmed sich rasch und sind oft eher flach. Das unterstützt früehni Reif und cha vor allem bi rote Sortene für konzentrierti, aber nöd plumpi Frucht sorge. Mergel isch meh tonhaltig und speicheret Wasser anders. Uf schwere Mergelböde chönd wyssi Sortene oft meh Druck und Ausdruck entwickle. Chchalch, wo i einzelne Schichte vorkunnt, ergänzt das Profil mit Spannig und ere nüchterne, steinige Würzi.
Geologisch prägt vor allem de mächtigi Hoger vom Mont Vully s Terroir und schützt d Rabe vor chalte Nordwind. D Lage zwüsche zwei See hilft, Temperaturspitze z dämpfe. Am Tag cha sich d Hangsonne voll entfalte, während d Wasserfläche i de Nacht für e usglichecheri Abchüelig sorgt. Für d Winzergeneratione heisst das, d Natur genau z beobachte und jede Standort mit Bedacht z bearbeite.
- Zwüsche de Rebe bliibt Begrüenig erhalte, damit Erosion abnimmt und dr Bode läbendig bliibt.
- Würm, Insekte und anderi Bodeorganisme unterstützed e stabils Ökosystem i de Räbe.
- Handwärch, traditionells Wüsse und neui Methode werde je nach Parzelle sinnvoll verbunde.
- Chlyni, familiäri Betrib sorged devo, dass d Herkunft im Wyy erkennbar bliibt.
Dr Chasselas im Fokus vo minerale Früschi bis Richtig Ryfi
Chasselas isch im Vully e wichtige Massstab für s Terroir. D Sorte drängt sich aromatisch nöd sofort i Vordergrund. Si bringt oft wenig Alkohol, e eher sanfti Säure und zarti Frucht mit. Grad drum cha si Sandstei, Mergel, Hanglag und Ausbau besonders guet widerspiegle. Im Glas wirkt en guete Vully-Chasselas hell, trocken und fein, mit ere diskrete Blüemli- oder Chrüternote, chli Zitrus und ere mineralische Spur.
Jung getrunke zeigt sich de Wyy unkompliziert, leichtfüessig und sehr erfrischend. E chlyni natürliche Perligkeit cha d Frische no verstärche. Mit einige Jahr Fläscherüef chunnt meh Schmelz dezue. D Frucht wird ruhiger, d Mundfü̈llig runder, und us dr anfängliche Zurückhaltig entsteht e fein verwobeni Komplexität. Chasselas verlangt drum e ufmerksami Degustation. Was im erschte Moment schlicht wirkt, cha mit Luft und Temperatur überraschend vielschichtig werde.

| Stadium | Duft und Gaume | Passendi Gelegeheit |
|---|---|---|
| Jung | Frisch, zartfruchtig, leicht würzig und feinperlend | Apéro, leichte Salat und Egli |
| Mit chli Fläschereif | Mehr Schmelz, Mineralität und ruhigi Frucht | Felche, Spargel oder milde Chääs |
| Reifer Johrgang | Runder Körper, dezenti Nuss- und Kräuternote | Warme Seelandchuchi und längeri Tischrunde |
Wyssi Spezialitäte mit Charakter Freiburger und Traminer
Neben em Chasselas pflegt dr Vully zwei Sortene, wo für d Region identitätsstiftend worde sind: Freiburger und Traminer. Freiburger wird anderswo Freisamer gnennt. D Sorte isch 1916 us Silvaner und Ruländer, also Pinot Gris, züchtet worde und bringt eher neutrale Duft, viel Extrakt und en vollere, rassige Körper. Im Vully het sich dr Name Freiburger erhalte, und grad die Eigenheit macht de Wyy für Entdecker interessant.
Traminer, im lokale Alltag oft als Gewürztraminer verstande, bringt exotischi Düfte, würzigi Blüemlinote und e öligi Textur. Historischi DNA-Forschig het bi eme mittelalterliche Traubekern Spure vo Savagnin, also Traminer, gfunde. Das deutet uf e über 900-jährigi Verbreitigsgschicht im europäische Wybou hi. Im Vully wird die aromatischi Kraft bewusst nöd mit viel Restsüessi überdeckt. D Qualitätscharta für Traminer und Freiburger setzt uf trockeni, klar usbaute Wyy, mit begrenzter Restsüessi, strenge Ertragsvorgabe und ohni Zuckerecherig.
- Freiburger passt für Lüüt, wo vollmundigi, aber nöd laut aromatischi Wyys sueched.
- Traminer trocken zeigt exotischi Würzi, ohne schwer oder klebrig z wirke.
- Traminer mit Luft entwicklet sich im Glas oft vo blumig zu kräuterig und würzig.
- Beidi Sortene eigne sich guet zu Chääs, asiatisch inspirierter Chuchi und kräftige Gemüsegricht.
Roti Entdeckige vom filigrane Pinot Noir bis zum Chraftpaket Gamaret
Pinot Noir, i dr Schwiiz oft Blauburgunder gnennt, profitiert im Vully vo de warmen Sandsteiparzelle und vo de sorgfältige Handarbeit. Uf guete Lage reifed d Traube fein und langsam, sodass Frucht, Säure und Gerbstoff im Glichgwicht bliibed. Im Glas cha das als hells, elegants Rot mit Chriesi, Waldbeeri und erdig-würzige Note erscheine. D Struktur isch eher präzis als wuchtig, was de Wyy zu villne Seelandgricht sehr zugänglich macht.
Immer meh Interess zeigt sich au für moderni oder weniger verbreiteti Sortene. Gamaret, e Schwiizer Züchtig, bringt Farbtiefe, Würzi und Struktur. Mara, ebenfalls us de Schwiizer Züchtig, cha mit dunkler Frucht und kräftigem Rückgrat überrasche. Solchi Wyys sind nöd bloss Begleiter für schwere Wintergricht. Richtig usgebaut, bliibed si trotz Konzentration trinkig und zeiged, wie d Region Tradition mit Experimentierfröid verbindet.
Im Chäller entscheidet sich, wie sich s Traubegut entwicklet. Langsam laufendi Gärige chönd Duft und Tiefe fördere, verlanged aber sorgfältigi Kontrolle, damit d Gärig nöd ins Stocke chunnt. Holzfass wird im Vully eher als Werkzeug denn als Selbstzweck eingesetzt. Es cha e Pinot Noir abrunde oder eme Gamaret meh Rahme geh, sött aber d Frucht und s Terroir nöd übertöne. Behutsame Ausbau heisst drum, Geduld z ha und jede Partie individuell z behandle.
- Pinot Noir: fein, saftig und elegant, oft mit roter Frucht.
- Gamaret: dunkel, würzig und strukturreich, mit kräftiger Farbe.
- Mara: konzentriert, aromatisch und passend für charaktervolle Fleisch- oder Gemüsegerichte.
- Rosé us Pinot Noir: fruchtig, frisch und unkompliziert für warme Täg.
Kulinarischi Begleiter us dr Seelandchuchi harmonisch serviert
Vully-Wyy und Seelandchuchi ghöred natürli zäme, will beidi vo Frische, Regionalität und klarer Würzi läbed. En Chasselas passt hervorragend zu Egli- und Felchefilet, vor allem wenn de Fisch nur sanft gebrate und mit wenig Zitrone, Butter oder Chrüter serviert wird. D feini Mineralität vom Wyy begleitet s zarte Fleisch, ohne de Fischgeschmack z überdecke. Au e Felche us em Ofä, serviert mit Härdöpfel und saisonalem Gmües, cha mit eme jungen Vully-Chasselas sehr stimmig sii.
Dr Vully-Chueche bringt e anderi, üppigeri Seite i s Bild. Ob süess oder salzig, d luftigi Teigbasis und d cremigi Textur verlanged nach eme Wyy mit gnueg Frische. Freiburger cha die Aufgabe mit Körper überneh, während Traminer mit Würzi und Duft spannend wird. Zu regionale Chääs darf de Wyy gern meh Druck ha. En trockene Traminer harmoniert mit würzige, reife Chääs, will sini aromatische Kraft nöd grad verschwindet.
- Zum Aacho wird e jungi Fläsche Chasselas leicht chüel serviert, dezue Brot, regionale Chääs und chlyni Häppere.
- Für de Vorspiisgang folged Egli- oder Felchefilet mit Härdöpfel, Chrüter und ere zurückhaltende Zitronesauce.
- Im Hauptgang passt Pinot Noir zu Pilz, Geflügel oder eme sanft gschmorte Gmüesgricht. Wer meh Würzi suecht, wählt Gamaret.
- Zum Chääsgang chunnt trockene Traminer zum Iisatz, besonders zu aromatische und länger gereifte Sortene.
- Zum Abschluss rundet es Stück Vully-Chueche de Tisch ab. Je nach Variante passt dezue en letzter Schluck vom runde Freiburger.
Mit offene Sinne uf eigne Pfade dur d Räbe wandle
Im Joor 2026 ladet dr Vully dezue i, langsam unterwegs z sii. E Spaziergang dur d Räbe, e Halt mit Seeblick und anschliessend e Degustation im Carnotzet ergebed e unkomplizierte Tagesusflug. Öffnigszyte sind je nach Betrieb verschieden, drum lohnt sich vor em Bsuech e churzi Anfrage direkt bim Wymacher. Einzelni Chäller empfanged am Samstigvormittag oder nach Vereinbarig; Degustatione und regionale Spezialitäte wie Vully-Chueche chönd so entspannt plant werde.
Am beschte wird de Tag nöd mit ere möglichst grosse Anzahl Gläser verbunde, sondern mit ruhe, Verglych und guete Frage. Zerscht e Chasselas us ere sandigere Lage probiere, denn en Mergel-Wyy, nachher Freiburger oder Traminer und zum Schluss es rots Gewächs. So wird spürbar, wie Bodesorgfalt, Handwärch und Ausbau zämespiled. Wer gnueg Wasser trinkt, zwüsche de Wyys chli Brot isst und für de Rückweg vorusplant, cha d Vielfalt vom Vully mit offene Sinne und ohni Hektik entdecke.
